Die VDI 3814 und die DIN 18134 geben den Rahmen vor, doch die Geologie Würzburgs verlangt eine Interpretation, die nur mit lokaler Erfahrung gelingt. Wer im Talkessel des Mains, auf den Muschelkalkhängen des Marienbergs oder in den tonig-wechselnden Keuperschichten des Würzburger Nordens baut, braucht belastbare Daten über den Untergrundaufbau. Die Vertikale Elektrische Sondierung liefert uns ein präzises geoelektrisches Schichtprofil, direkt und zerstörungsfrei. In einer Stadt mit 128.000 Einwohnern, deren Untergrund von ausgelaugten Gipskeuper-Linsen und tiefreichenden Verkarstungen geprägt ist, hilft diese Methode, teure Überraschungen bei der Gründung zu vermeiden. Wir kombinieren die VES-Messung oft mit einer Korngrößenanalyse im Labor, um die geoelektrischen Kontraste petrografisch zu kalibrieren.
Im Würzburger Muschelkalk erreichen wir mit einer 80-Meter-Auslage Erkundungstiefen von knapp 25 Metern – genug, um die verwitterte Felsoberkante sicher von intaktem Fels zu trennen.
Angewandte Methodik in Wurzburg

Lokale geotechnische Bedingungen in Wurzburg
Würzburg liegt auf 177 m ü. NHN, eingebettet in ein tief eingeschnittenes Maintal mit über 80 Metern Höhenunterschied zwischen den Hanglagen und der Flusssohle. Diese Topografie erzeugt hydrogeologische Gradienten, die in den Riffkalken und Zellenkalken des Oberen Muschelkalks über Jahrtausende ein Netz aus Karsthohlräumen und Dolinen geschaffen haben. Wer in Hanglage ohne geoelektrische Vorerkundung gründet, riskiert, die Last über einem unentdeckten Subrosionshohlraum abzutragen – ein Szenario, das bei Starkregen zu plötzlichen Tagesbrüchen führen kann. Im nördlichen Stadtgebiet, im Gipskeuper, kommt ein zweiter Risikofaktor hinzu: die Sulfatverwitterung. Zirkulierendes Grundwasser löst Gipslinsen heraus, der Quelldruck im Anhydrit kann Fundamente heben. Die VES detektiert diese Anomalien als markante Widerstandssprünge lange bevor der erste Riss im Mauerwerk erscheint.
Unsere Leistungen
Die geoelektrische Erkundung in Würzburg ist kein isoliertes Messverfahren. Wir binden sie in eine geotechnische Gesamterkundung ein, die den spezifischen Anforderungen des fränkischen Schichtstufenlands entspricht.
VES-Kartierung von Karststrukturen
Flächenhafte Widerstandskartierung mit manuell gesetzten Stahlelektroden zur Ortung von Dolinen und Subrosionssenken im Oberen Muschelkalk. Wir legen die Profile so, dass sie die Hauptkluftrichtungen im Würzburger Stadtgebiet kreuzen.
Tiefenkalibrierung mit direkten Aufschlüssen
Kombination von VES-Messungen mit Rammkernbohrungen oder Schürfgruben nach DIN EN ISO 22475-1. Die geoelektrischen Schichtgrenzen werden petrografisch geeicht, um die spezifischen Widerstände der Würzburger Keuper- und Muschelkalkfazies zu hinterlegen.
Baugrundgutachten mit geoelektrischem Profil
Erstellung von Gründungsgutachten nach EC 7, bei denen das VES-Ergebnis als ergänzende Anlage die Homogenbereiche nach VDI 4640 absichert. Besonders gefragt bei Erdsondenfeldern und Tiefgründungen im Stadtgebiet. Mehr Info.