Die Norm DIN EN ISO 22476-1 und die ergänzende DIN 4094-1 bilden in Deutschland die Grundlage jeder belastbaren Baugrunderkundung. In Würzburg gewinnt diese Norm besonderes Gewicht, weil die geologischen Übergänge zwischen den quartären Talfüllungen des Mains, den tonig-schluffigen Keuperböden an den Hängen und dem oberflächennah anstehenden Muschelkalk auf kürzester Distanz wechseln. Unsere Erfahrung zeigt: Ein reines Bohrraster liefert in dieser Stadt oft zu grobe Bilder. Die Drucksondierung mit CPT erfasst hier kontinuierlich den Spitzendruck qc und die lokale Mantelreibung fs und macht so selbst dünne Tonlinsen oder verwitterte Kalkbänke sichtbar, die ein statisches Konzept komplett verändern können. Wer im Stadtgebiet, etwa in Heidingsfeld oder in der Zellerau, auf Nummer sicher gehen will, kombiniert CPT mit einer Sondierbohrung SPT, um Bodenproben fürs Labor zu gewinnen und die Sondierergebnisse zu kalibrieren.
Wechsellagerungen von Main-Schottern und Keuper-Tonstein sind in Würzburg die Regel. Nur kontinuierliche Drucksondierung macht diese Übergänge sichtbar.
Angewandte Methodik in Wurzburg

Lokale geotechnische Bedingungen in Wurzburg
Der häufigste Fehler, den wir im Würzburger Raum sehen: Tragwerksplaner übernehmen undifferenzierte Bettungsmoduln aus Tabellen und unterschätzen die Steifigkeitskontraste zwischen quartärem Kies und dem darunter anstehenden, oft verwitterungsempfindlichen Gipskeuper. Ein CPT liefert hier das durchgehende qc-Profil, aus dem sich die Steifigkeit direkt ableiten lässt. Ohne diese Information entstehen Setzungsdifferenzen, die gerade bei den filigranen Stahlbetonkonstruktionen der neuen Laborgebäude am Hubland-Nord oder bei der Nachverdichtung in der Sanderau schnell zu Rissbildern führen. Ein zweiter kritischer Punkt ist die unentdeckte Porenwasserüberdruckzone in gering durchlässigen Tonsteinen: Wird sie beim Aushub nicht erkannt, kann die Baugrubensohle aufbrechen. Die CPTU-Sonde zeigt den Druckanstieg sofort an und gibt dem Planer die Chance, die Wasserhaltung rechtzeitig anzupassen.
Unsere Leistungen
Unser CPT-Angebot in Würzburg deckt die gesamte Kette von der Feldmessung bis zur geotechnischen Interpretation ab. Wir arbeiten mit kalibrierten Sonden und liefern die Daten als ASCII-Datei für Ihr FEM-Modell.
CPTU-Sondierung mit Porenwasserdruck
Kombinierte Messung von qc, fs und u₂. Ermöglicht die Unterscheidung von drainiertem/undrainiertem Verhalten in Würzburger Keuper-Tonen.
Tiefenprofile bis 25 m
Reichweite für Pfahlgründungen im Maintal. Wir durchörtern quartäre Kiese und dringen gesichert in den verwitterten Festgesteinshorizont ein.
Bodenklassifizierung nach Robertson
Aus qc und Rf leiten wir die Bodenart ab und stellen sie als Normalized Soil Behaviour Type (SBTn) dar. Abgleich mit Kernbohrungen möglich.
Ableitung geotechnischer Kennwerte
Undränierte Scherfestigkeit cu, äquivalenter SPT N60, Steifemodul Es und OCR direkt aus dem CPT-Profil. Datengrundlage für EC7-Nachweise.
Häufige Fragen
Was kostet eine CPT-Sondierung in Würzburg?
Für eine Standard-CPT-Sondierung in Würzburg liegen die Kosten im Bereich von €150 bis €220 pro Einsatz, abhängig von Sondiertiefe, Zufahrtsbedingungen und ob eine CPTU-Messung mit Porenwasserdruckaufnehmer erforderlich ist. Bei mehreren Sondierpunkten oder Folgeaufträgen kalkulieren wir schlank. Rufen Sie uns an, wir erstellen ein Angebot nach Aufmaß.
Bis zu welcher Tiefe kann eine CPT-Sonde in den Würzburger Muschelkalk eindringen?
Im Muschelkalk und im dichten Gipskeuper ist die Eindringtiefe durch die Geräteleistung und den Spitzendruck begrenzt. Unsere 20-Tonnen-Raupe erreicht in verwitterten Kalkbänken oft 0,5 bis 2 Meter, dann steigt der Spitzendruck über 50 MPa und wir stoppen den Versuch, um die Sonde nicht zu beschädigen. Für tiefere Aufschlüsse im Festgestein kombinieren wir CPT mit Kernbohrungen.
Kann man mit CPT die Lagerungsdichte der Main-Schotter direkt bestimmen?
Ja, das ist eine der Stärken der Drucksondierung. Über den Spitzendruck qc und das Reibungsverhältnis Rf lassen sich die quartären Terrassenschotter des Mains direkt in Lagerungsdichteklassen nach DIN 1054 einstufen. Wir kalibrieren die Werte bei Bedarf mit einem Plattendruckversuch, um den Verformungsmodul Ev2 auf der gleichen Tiefenhorizont zu validieren.