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Wurzburg, Germany

Untertagebau in Wurzburg

Der Untertagebau umfasst sämtliche geotechnischen und bautechnischen Maßnahmen zur Errichtung und Sicherung unterirdischer Hohlräume – von Tunnelbauwerken über Kavernen bis hin zu komplexen Infrastrukturanlagen. In Würzburg gewinnt dieses Fachgebiet zunehmend an Bedeutung, da die wachsende Stadt mit ihrer historischen Bausubstanz und beengten Tallage unterirdische Lösungen für Verkehrsentlastung, Versorgungsleitungen und innerstädtische Verdichtung erfordert. Die hohe Bebauungsdichte und der Schutz des kulturellen Erbes verlangen dabei besonders umsichtige und erschütterungsarme Bauverfahren.

Die geologischen Bedingungen in Würzburg stellen den Untertagebau vor besondere Herausforderungen. Das Stadtgebiet liegt im Bereich der triassischen Gesteine des Mainfränkischen Beckens. Oberflächennah dominieren die tonig-steinigen Verwitterungsböden des Oberen Muschelkalks, die von härteren Kalksteinbänken durchzogen werden. Darunter folgen die wechsellagernden Schichten des Mittleren Muschelkalks mit anhydritführenden Tonsteinen, die bei Wasserzutritt zu erheblichen Quellerscheinungen neigen können. Diese geologische Vielfalt erfordert eine detaillierte Baugrunderkundung und eine an die jeweiligen Gebirgsverhältnisse angepasste Vortriebsmethode.

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Für den Untertagebau in Deutschland sind die einschlägigen DIN-Normen und Regelwerke der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT) maßgebend. Besonders relevant sind die DIN EN 1997-1 in Verbindung mit dem Nationalen Anhang für Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik sowie die DIN 4093 für Baugrundvereisungen und Injektionen. Die ZTV-ING (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten) regeln zudem die Ausführung von Tunnelbauwerken im Bundesfernstraßenbereich. Bei Bauvorhaben im innerstädtischen Bereich sind außerdem die Vorgaben der DB-Richtlinien und die Anforderungen des Kampfmittelverdachts zu beachten, da Würzburg im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde.

Die Bandbreite der Projekte, die eine Expertise im Untertagebau erfordern, ist in Würzburg vielfältig. Sie reicht von Verkehrstunnelprojekten zur Entlastung des innerstädtischen Rings über die Untertunnelung von Bahntrassen bis hin zur Errichtung unterirdischer Regenrückhaltebecken und Versorgungsschächte. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Geotechnische Analyse für Tunnel in weichem Boden, da besonders die verwitterten und tonigen Deckschichten ein risikobewusstes Vortriebskonzept erfordern. Parallel dazu ist eine kontinuierliche Geotechnische Baugrubenüberwachung unerlässlich, um Setzungen an der empfindlichen historischen Bebauung frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

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Häufige Fragen

Welche geotechnischen Risiken sind typisch für den Untertagebau in der Würzburger Innenstadt?

Die Hauptrisiken resultieren aus den wechsellagernden Schichten des Muschelkalks mit anhydritführenden Tonsteinen, die bei Wasserzutritt quellen und zu Sohlhebungen führen können. Hinzu kommen geringe Überdeckungen im innerstädtischen Bereich, heterogene Auffüllungen sowie die Gefahr von Setzungen an der dicht stehenden, teils historischen Bebauung. Kampfmittelaltlasten stellen ein zusätzliches, spezifisches Risiko dar.

Welche Normen und Regelwerke sind für den Untertagebau in Deutschland verbindlich?

Maßgebend sind die DIN EN 1997-1 mit Nationalem Anhang für geotechnische Bemessungen, die DIN 4093 für Injektionen und Vereisungen sowie die ZTV-ING für Tunnelbau. Ergänzend gelten die Empfehlungen des Arbeitskreises Tunnelbau der DGGT und bei Bahnprojekten die DB-Richtlinie 853. Für innerstädtische Baugruben ist die DIN 4123 relevant.

Welche Vortriebsmethoden eignen sich für den Untertagebau in weichen Böden und Verwitterungszonen?

In weichen, gering tragfähigen Böden kommen überwiegend geschlossene Vortriebsverfahren wie der Schildvortrieb mit Flüssigkeits- oder Erddruckstützung zum Einsatz. Bei kürzeren Tunneln unter beengten Platzverhältnissen kann die Spritzbetonbauweise nach der Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT) mit vorauseilender Rohrschirm- oder Düsenstrahlsicherung eine wirtschaftliche Alternative bieten.

Warum ist ein geotechnisches Monitoring während der gesamten Bauphase im Untertagebau unverzichtbar?

Ein lückenloses Monitoring dient der messtechnischen Überwachung des Gebirgsverhaltens und der angrenzenden Bebauung. Es ermöglicht den Soll-Ist-Vergleich mit den Prognosen der geotechnischen Analyse und die frühzeitige Einleitung von Sicherungsmaßnahmen bei unerwarteten Verformungen. So wird die Standsicherheit des Hohlraums und der Schutz von Gebäuden an der Oberfläche dauerhaft gewährleistet.

Abdeckung in Wurzburg