Die RStO 12 verlangt für jede Verkehrsfläche eine belastbare Tragfähigkeitsbewertung – und genau das ist in Würzburg ein Thema mit lokalem Charakter. Die Stadt liegt im Maindreieck auf den typischen Schichtstufen des Muschelkalks und Keupers, wobei die quartären Mainterrassen über weite Strecken die oberflächennahen Baugründe prägen. Wer im Gewerbegebiet Würzburg-Ost oder in der Zellerau eine flexible Fahrbahn plant, muss mit abrupt wechselnden CBR-Werten rechnen: Auelehm mit 4-6% CBR auf der einen Seite, verwitterter Oberer Muschelkalk mit über 20% CBR auf der anderen. Eine pauschale Bemessung nach Tabellenwerten scheitert hier regelmäßig an der kleinräumigen Geologie. Wir kombinieren daher die Vorgaben der FGSV mit bodenmechanischen Kennwerten aus Sondierungen vor Ort und ergänzenden Laborversuchen, um den frostsicheren Oberbau exakt auf die lokale Tragfähigkeit abzustimmen. Das Ergebnis ist ein wirtschaftlicher Schichtaufbau, der weder überdimensioniert noch anfällig für Spurrinnen ist – abgestimmt auf die 130.000-Einwohner-Stadt mit ihrer bewegten Topografie zwischen Steinberg und Nikolausberg.
Die RStO schreibt Mindestdicken vor – aber in Würzburg entscheidet der Untergrund zwischen Muschelkalk und Mainlehm, ob 55 cm oder 75 cm Asphaltaufbau wirklich reichen.
Angewandte Methodik in Wurzburg

Lokale geotechnische Bedingungen in Wurzburg
Ein Bauvorhaben in der Randersackerer Straße zeigte kürzlich, was passiert, wenn die Bemessung flexibler Fahrbahnen den lokalen Untergrund ignoriert. Der dort anstehende tonige Schluff aus den Mainablagerungen wurde als frostunempfindlich eingestuft, obwohl die Kornverteilung klar in Klasse F3 fiel. Nach zwei Wintern waren Spurrinnen von über 15 mm Tiefe sichtbar – die Tragschicht hatte durch Frosthub und anschließendes Tauen ihre Steifigkeit verloren. Die Sanierung erforderte einen kompletten Rückbau und eine neue Bemessung mit erhöhter Dicke der frostsicheren Schicht und Einbau einer kapillarbrechenden Kiessandschicht. Das ist kein Einzelfall in Würzburg: Die Kombination aus hohem Grundwasserstand im Maintal und bindigen Böden erzeugt ein Frosthebungsrisiko, das die Standardtabellen der RStO nicht automatisch abdecken. Eine Felduntersuchung mit Kornverteilung vor Ort und eine realistische Abschätzung des Wassergehalts über das Jahresmittel sind hier die einzige Versicherung gegen teure Gewährleistungsschäden.
Unsere Leistungen
Die Bemessung flexibler Fahrbahnen erfordert in Würzburg eine enge Verzahnung von Felduntersuchungen und rechnerischer Dimensionierung. Unsere Leistungen decken die gesamte Kette ab – von der Baugrunderkundung bis zur Asphaltrezeptur.
Tragfähigkeitsbewertung und Oberbaubemessung nach RStO
Ermittlung der Belastungsklasse (Bk0,3–Bk100) nach Straßenkategorie und Verkehrsprognose. Feldversuche mit Plattendruck (Ev2) und CBR-Prüfung auf dem Planum, kombiniert mit Frostbemessung für Zone II. Erstellung eines prüffähigen Dimensionierungsberichts mit Schichtdicken und Materialgüten.
Baugrunduntersuchung für Verkehrsflächen in Unterfranken
Rammkernsondierungen und schwere Rammsondierungen zur Erkundung der Muschelkalk- und Keuperschichten. Laboranalytik zur Frostempfindlichkeit und Wasserdurchlässigkeit. Besondere Berücksichtigung der Hanglagen am Steinberg und der Auebereiche entlang des Mains.
Häufige Fragen
Was kostet die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn für ein Gewerbegebiet in Würzburg?
Die Kosten liegen je nach Umfang der Felduntersuchungen und Verkehrsbelastung zwischen € 1.490 und € 4.300. Einfache Wohnstraßen mit Bk0,3 erfordern weniger Aufwand als eine Industriezufahrt mit Bk100, wo umfangreiche CBR-Tests und Frostbemessungen nötig sind.
Welche Frosteindringtiefe gilt für Würzburg nach RStO?
Würzburg liegt in der Frosteinwirkungszone II mit einer rechnerischen Frosteindringtiefe von 80 cm. Das bedeutet, dass die Summe der Dicken aller frostunempfindlichen Schichten über dem Planum mindestens 80 cm betragen muss, es sei denn, der Untergrund ist nach DIN EN 17892-4 als frostunempfindlich (F1) eingestuft.
Muss ich den Asphaltaufbau immer mit einer Schottertragschicht kombinieren?
Nicht zwingend. Bei sehr tragfähigem Untergrund wie dem Oberen Muschelkalk in den Hanglagen von Würzburg kann die Asphaltragschicht direkt auf dem Planum eingebaut werden, sofern der Ev2-Wert über 120 MN/m² liegt. In den Mainauen mit bindigen Böden ist dagegen eine Schottertragschicht oder eine Bodenverfestigung mit Bindemitteln praktisch immer erforderlich.